Chronik

Am 26.12.1986 überlegen sich Hubert Gronegger aus Sittenbach und Alfons Mühlhuber, Pfarrer in Einsbach, ob man nicht auch in Sittenbach pflanzen könnte, was in Einsbach seit dem Frühjahr schon wächst.

Man knüpft die ersten Kontakte mit Eltern und Schülern und siehe da, der Samen fällt auf fruchtbaren Boden.

In den Pfingstferien 1987 sind sie da, die neuen Trompeten, Hörner und Posaunen. Mit seinem untrüglichen Instinkt bestimmt der Geistliche, wer welches Instrument zu spielen hat. Ab jetzt treffen sich die jungen Musiker täglich, auch samstags, zu den gemeinsamen Proben. Ein Phänomen, das heute unglaublich klingt, aber Eltern und Schüler stehen diese Prozedur klaglos durch.

Mindestens 2 bis 3 Jahre dauert es, bis ein Musikneuling sein Instrument so beherrscht, dass er in ein Orchester aufgenommen werden kann. Nicht so bei Alfons Mühlhuber! Obwohl er selbst kein Blasinstrument spielt, schafft er in nur 5 Monaten den ersten gemeinsamen Auftritt. Zum Erntedankfest erklingt in der Sittenbacher Kirche die bekannte Schubertmesse. Dazu muss man wissen, dass die Sittenbacher Kapelle bereits das 6. Blasorchester darstellt, das Pfarrer Mühlhuber auf die gleiche Weise ins Leben gerufen hat. Eine große Koalition schwebt ihm vor: ein zusammengehörendes Jugendorchester, Einsbacher und Sittenbacher Musiker unter seiner Stabführung.

Am 15.01.1988 sollte beim Huberwirt in Wiedenzhausen ein gemeinsamer Musikverein gegründet werden. Die beiden jungen Kapellen spielen zwar einige Musikstücke miteinander, zu einem Zusammenschluss kommt es aber nicht. Man kann sich ganz einfach auf keinen gemeinsamen Vereinsnamen einigen. Fortan gehen beide Kapellen getrennte Wege.

Noch im gleichen Jahr wird Pfarrer Alfons Mühlhuber nach Höhenrain versetzt und die beiden Musikgruppen bleiben als Waisenkinder zurück. In Einsbach übernimmt Birgit Trinkl die Leitung der Blaskapelle und in Sittenbach kümmern sich Rainer Hernek und Peter Lachner gemeinsam um die Hinterbliebenen.

Am 4.11.1988 folgt auch Sittenbach dem Einsbacher Beispiel: 47 Mitglieder gründen im Gasthaus zum Bräu in Sittenbach den Musikverein „Jugendblaskapelle Sittenbach“.

Bereits 19 junge Musiker gehören damals dem Orchester an.

Zur Vorstandschaft der ersten Stunde wurden berufen:

1. Vorstand – Peter Lachner

2. Vorstand – Johann Wolf

Kassiere – Elisabeth Speier und Anneliese Weißenböck

Schriftführer – Cäcilia Drexl und Siegfried Freisinger

Beisitzer: Hubert Gronegger und Lorenz Bradl

Im Februar 1991 kündigt Rainer Hernek seine Dirigententätigkeit und Peter Lachner übernimmt diese Arbeit allein und gibt dafür einen Monat später seinen Posten als Vorstand an Siegfried Freisinger ab.

Nur ein Jahr lang übt Peter Lachner sein Dirigentenamt noch aus, dann tritt er zurück und übergibt die musikalische Leitung an die Nachwuchsdirigentin Michaela Kromer. 6 Jahre lang leitet sie das Sittenbacher Jugendorchester und unterrichtet zusätzlich noch in Blech und Saxophon.

Eine besonders positive Entscheidung für den Verein fällt 1992 durch die Gemeinde Odelzhausen: das alte Sittenbacher Schulhaus wird nicht abgerissen und der Grund dem Friedhof zugeschlagen, sondern renoviert und der Jugend und der Musik zur Verfügung gestellt. 

1998 gibt Michaela Kromer aus beruflichen und privaten Gründen die Leitung der Kapelle ab und kehrt nach Dachau zurück.

Unser bisheriger Klarinettenlehrer Lothar Herold aus Unterzeitlbach erklärt sich spontan bereit, zusätzlich zu seinen Unterrichtsstunden auch noch den Dirigentenstab zu übernehmen.

Der Kern der Kapelle ist inzwischen dem Jugendalter entwachsen und so entschloss man sich 2001, den Vereinsnamen in „Blaskapelle Sittenbach“ abzuändern.

In den Folgejahren werden regelmäßig Konzerte in der Turnhalle der Schule Odelzhausen und der Aula der Schule Erdweg veranstaltet, welche zahlreiche Besucher anlocken. Neben den Konzerten zählen zu den Auftritten auch die Umzüge auf diversen Vereinsfesten, Geburtstagsständchen für die Mitglieder, Abendunterhaltungen und die musikalische Umrahmung von Gottesdiensten. Ein fester Bestandteil ist in dieser Zeit auch der jährliche Ausflug der Mitglieder und Musiker. Die Vereinsjubiläen zum 20., 25. und zuletzt im Jahr 2018 zum 30. Bestehen der Blaskapelle Sittenbach finden jeweils im festlich geschmückten Stadl des Bräus in Sittenbach statt.

Im Frühjahr 2018 muss die Blaskapelle Sittenbach den plötzlichen Tod des Dirigenten Lothar Herold verkraften, welcher bis zuletzt die Leitung des Orchesters innehat. Nach 20 Jahren reißt das Fehlen von Lothar ein großes Loch in Kapelle, welches durch die interne Lösung des bisherigen Flügelhornspielers Martin Weindl, welcher von nun an der neue Dirigent ist, kompensiert wird. Im Winter 2019 verstirbt unser jahrelanger Vorsitzender Siegfried Freisinger, welcher sich viele Jahre ehrenamtlich in den Dienst der Musikerinnen und Musiker gestellt hat, und somit wesentlich zum 30-jährigem Bestehen der Kapelle beigetragen hat. Im Jahr 2009 wird er von Brigitte Bübl abgelöst und ist seitdem Ehrenvorsitzender. Unter Brigittes Leitung werden neben den musikalischen Auftritten auch die Verkaufsstände sowohl beim Sommerfest, als auch beim Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz Odelzhausen ein fester Bestandteil im Jahreskalender.

Im Jahr 2019 sind ca. 25 aktive Musiker für die Blaskapelle Sittenbach aktiv, außerdem befinden sich ca. 10 Kinder in der musikalischen Ausbildung.